ASSIGNMENT


Die deutschen Prog Metaller ASSIGNMENT haben sich auf ihrem neuen Album nicht lumpen lassen und eine komplexe Hintergrundstory mit schwerem musikalischen Prog Metal verknüpft. Gesanglich setzte man auf verschiedene Gastsänger, welche der Platte zusätzlich noch Tiefe verliehen. Über das neue Album sowie die „neuen“ ASSIGNMENT sprach ich mit Mastermind Goran Panic.

J.P: Hallo Goran. Vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu eurem neuen Album und zu euch selbst als Band beantwortest. Für die Leute die euch noch nicht so kennen, stell dich und die Band doch einfach mal kurz vor und gib uns einen kurzen Überblick über eure Bandgeschichte?


G.P: Die Band gibt es nun etwas länger als 10 Jahre. 2004 haben wir das Debutalbum „Progressive Changes“ über ein kleines Label namens „Rock Express“ veröffentlicht. Leider ging das Label kurz dannach Insolvent sodass unsere CD im nirgendwo hängengeblieben ist. Allerdings war das erhaltene Feedback der Zines & Presse sehr positiv also wurdenatürlich weitergemacht und dann 2008 der Nachfolger „Disunion Denied“ fertiggestellt. Diese CD haben wir dann am Ende selber veröffentlicht da Sie einfach niemand von den Labels haben wollte und damit blieb auch der Nachfolger im Underground hängen. Meine Person war in den ganzen Jahren die treibende Kraft bzw. "der Mann“ hinter ASSIGNMENT. Ich war bzw bin für die Musik, Texte und gesamten „geschäftlichen“ Teil verantwortlich und kümmere mich um alles. OK, nun haben wir natürlich neben dem Label Mausoleum records auch ein Management (Rock N Growl) welches sich um viele Sachen kümmert und so bin ich etwas entlastet worden, hahaha

J.P: Bevor wir auf die aktuellen Ereignisse eingehen, nochmal ein kurzer Blick zurück. Seit eurem letzten Album sind einige Jahre ins Land gegangen. Warum hat es mit eurem neuen Album so lange gedauert und warum habt ihr das Label gewechselt?
G.P: Ich habe Anfang 2010 angefangen an dem Konzept der Geschichte zu arbeiten um erstmal zu sehen wie viele Songs bzw Kapitel und Charactere nötig wären um das Ganze ordentlich zu präsentieren. Dannach ging es mit dem Songwriting weiter und der Suche nach den passenden Sängern. Die Aufnahmen für über 70 Minuten komplexer Musik haben natürlich auch etwas gedauert und zum Schluss die ewige Suche nach einem Label. Wir haben also das Label nicht gewechselt, zu dem Zeitpunkt hatten wir einfach keins...

J.P: Die größte Besonderheit auf eurem neuen Album „Inside of the Machine“ sind natürlich die Änderungen an der Gesangsfront. Euer alter Sänger Markus ist nicht mehr dabei, dafür habt ihr vier Gastsänger dabei. Wie kam es denn zu dieser Änderung und warum habt ihr euch dann für gleich vier Sänger entschieden?
G.P:  Die vier Sänger erklären sich eigentlich sehr einfach – Die Geschichte die erzählt wird handelt nun mal über vier verscheidene Character/Personen. Das Markus nicht mehr dabei ist war Ausnahmsweise nicht alleine meine Entscheidung, da wir waren alle der Meinung waren das wir mit Ihm hinter dem Mikro nicht weiter kommen, es passte einfach nicht mehr...

J.P: Wie kam denn der Kontakt zu euren neuen Sängern zu Stande? Ich denke gerade mit Robin Beck oder Mats Leven dürfte das ja nicht so einfach gewesen sein, oder?

G.P:  Ganz im Gegegenteil, es war sehr schnell und sehr einfach. Nachdem mir klar war was für Stimmen benötigt wurden, habe ich die Sänger per E-Mail kontaktiert, mich vorgestellt, mit kurzer Beschreibung was wir machen wollen bzw planen. In den E-Mails waren jeweils ein oder zwei fertige pre-production Tracks angehängt und schon hatten wir die Zusagen. Klingt einfach, aber das eigentlich wichtige ist was man an Musik bzw Projekt dem Künstler anbietet. Hätten die das Material nicht gut gefunden wäre es garnicht gegangen. Das alle zugesagt haben war für mich ein Zeichen dass wir auf dem richtigen Weg sind und an was Großem (für unsere Verhälltnisse) dran sind.

J.P: Kommen wir mal zu eurem neuen Album „Inside of the Machine“. Wann habt ihr angefangen Songs dafür zu schreiben? Wie lief denn der Aufnahmeprozess so ab?

G.P:  Wie gesagt, 2010 habe ich mit dem Songwriting für das Album angefangen und alles fing bei mir an bis auf die zwei Songs die Gert dazugesteuert hatte. Ich habe die Songs geschrieben und Basistracks aufgenommen, die ich dann an die einzelnenen Musiker weitergereicht habe, damit die Jungs Ihre Spuren einüben und fertigstellen können. Dadurch das wir schon relativ lange zusammenarbeiten funktioniert das auch perfekt, jeder weiß was von Ihm erwartet wird, was der Song braucht aber natürlich ändert sich während dieses Prozesses noch das eine oder andere, bin ja kein Diktator und für Vorschläge offen, solange es meiner Meinung nach den Song verbessert! Ich selber ändere natürlich auch immer wieder etwas, bei meinem Songwriting ist viel Liebe zur Musik, zum Detail und sehr viel Fan dabei als dass ein Song nach zwei Tagen steht. Es ist ein Prozess wo 90% relativ schnell gehen aber der letzte Touch und die Finalisierung kann sich etwas hinziehen, immer wieder etwas Abstand bekommen, nochmals hören bis ich sage – Geil, that´s it!

J.P: Die Songs auf eurem Album sind ja alle wirklich sehr stark und ergeben zusammen eine wunderbare Geschichte. Habt ihr die Songs den Sängern quasi auf den Leib geschrieben oder konnten sich die Jungs und das Mädel bei der Gestaltung noch etwas einbringen?
G.P: Also ich habe die Gesangslinien schon zu 100% vorgegeben und beim Songwriting schon mit berücksichtigt und das war sogar erwünscht. Allerdings hatten die einzelnen Künstler natürlich Ihre Freiheiten um es besser zu machen und phrasierungen zu verbessern bzw. ändern. Der Prozess an sich war aber recht witzig: Ich habe einerseits die Texte geschrieben und mir die Melodien dafür überlegt. Um die Vorlagen für die Sänger aufzunehmen ist meine Gesangskunst eher als „mangelhaft“ zu bezeichnen, also musste unser Keyboarder Gert ran, der wiederum als „ausreichend“ durchgeht. Ich habe es Ihm vorgesungen, er wiederum ins Mikro und Gott sei Dank wussten oder ahnten diese Ausnahmesänger imme ganz genau was und wie es gemeint war und haben den Punkt immer getroffen oder gar übertroffen.

J.P: Die Konzeptgeschichte hinter der neuen Platte ist ja sehr gut ausgearbeitet. Gib uns doch mal einen kurzen Abriss darüber, worum geht es genau?

G.P: Einige Sachen sind frei erfunden, manche stammen aus meinem Leben und Erfahrungen die ich gemacht habe. Einiges ist aber offensichtlich: Direkt nach der Geburt gibt es vorgeschriebene Wege – Du wirst geboren, dann gehst Du in den Kindergarten, Schule, Ausbildung, Arbeiten, Heiraten, Nachwuchs bekommen, Konsumieren um das System am Laufen halten...

Aber das System ist nicht konstant, es verändert sich leider mehr zum Negativen weil es immer mehr globale Machtmonopole, Lobby´s & Kontrolle gibt. Es ist kein Zufall das es in keinem Sci-Fi Film oder Roman eine intakte, sozial gerechte Demokratie gibt. Wir sind doch jetzt schon an einem Punkt wo 90% des Weltweiten Vermögens bei 10% der Bevölkerung ist und täglich Kinder an Hunger sterben.

All dies spielt aber nur eine „Nebenrolle“ in der Geschichte, die sich auf den Hauptcharacter Nick und seinen Weg durch dieses System konzentriert. Er fühlt sich gesteuert, veraten und es geht darum ob die “ Machine“ dahinter steckt, was bzw wer Sie ist und warum ist die Welt unter der „Machine“ so wie sie ist...


J.P: In meinem Review zur Scheibe habe ich als leichten Kritikpunkt die schwierige Zugänglichkeit der einzelnen Songs genannt. Da dieses ja relativ eng verbunden sind und nur zusammen ein Geschichte ergeben, ist das Thema Eingängigkeit natürlich immer schwierig. Zusätzlich habt ihr wirklich richtig dick in der Progmetalkiste gewühlt und sehr komplexe Songs geschrieben. War das von euch so geplant und meinst du dass euer neues Album vielleicht einigen Fans zu komplex sein könnte?

G.P: Alles war geplant und bewusst so umgesetzt worden. Ich wusste natürlich das eine Konzeptgeschichte, mit vier Sängern und 15 Songs nicht bei ersten Hören Eingängig oder gar Kommerziell seien kann. Um die Zugänglichkeit wenigstens etwas zu erleichtern habe ich 15 einzelne Songs ohne Überlänge geschrieben die alle für sich stehen können. Ausserdem vertrete auch als Fan die Meinung das solche Werke dem Zuhörer auch für einen längeren Zeitraum immer wieder beim Hören etwas neues bieten kann, frisch bleibt und man sich halt nicht nach 4 Durchgängen „sattgehört“ hat. Und das Genre „Progressive Metal“ bringt dass natürlich auch irgendwie mit sich.

J.P: Auf eurer Homepage habe ich gelesen, dass du anscheinend ein großer Fußball und Filmfan bist. Hand aufs Herz für welchen Verein schlägt das selbige und welche Art von Filmen favorisierst du?

G.P: Da ich gebürtiger Serbe bin gibts hier erstmal nur eine Antwort: Roter Stern Belgrad natürlich! Als „globaler“ Fußballfan habe ich aber in fast jeder Liga ein Lieblingsverein: In der Bundesliga ist es der BVB, in Italien Inter Mailand, in Spanien Atletico Madrid... Bei Filmen gibt es eigentlich kein bestimmtes Genre, ich mag SciFi, Action, Thriller und natürlich auch Comedy Streifen... Mein absoluter Lieblingsfilm ist und bleibt der erste Rocky!

J.P: Goran wie geht es denn jetzt genau bei ASSIGNMENT weiter? Ist vielleicht eine Tour geplant?

G.P: Nein, bezüglich einer Tour ist im Moment nichts geplant und ich persönlich denke auch dass wir lieber an dem Nachfolger arbeiten sollten, damit nicht wieder vier Jahre verstreichen. Ausserdem haben wir auch dem Label gegenüber die Verpflichtung den Nachfolger innerhalb von 18 Monaten abzuliefern, insofern bleibt die Möglichkeit im Sommer eventuell das eine oder andere Festival zu spielen aber der Fokus liegt ganz klar auf das Fertigstellen des Nachfolge-Albums. Wenn da alles gut verläuft, kommt der Rest dann ganz von alleine. Eins kann man in der Musik nähmlich nicht – es erzwingen – selbst eine Band wie SYMPHONY X z.B. war erst nach der vierten Platte auf Tour gegangen und wir haben eigentlich gerade unsere erste, seriöse Veröffentlichung hinter uns.

J.P: Vielen Dank Goran für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interviews! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft!


Julian

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