GLORYFUL


Mit dem Debütalbum der Band GLORYFUL betritt eine neue hoffnungsvolle Band aus Deutschland das Heavy Metal Parkett. Auf ihrem Debüt präsentieren die Jungs uns ihren astreinen True Metal, der manch alt eingesessene Band ganz schön alt aussehen lässt!
Gründer und Gitarrenshredmeister Jens Basten musste ich daher auf jeden Fall ein paar Fragen zur Band und zum Debütalbum stellen.

J.P: Hallo Jens, vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu eurem neuen Album und zur Zukunft von GLORYFUL selbst beantwortest.
Für die Leute die euch noch nicht so kennen, stell dich und die Band vielleicht doch kurz mal vor, gib uns einen kurzen Rückblick auf die Bandhistory.


J.B: Hallo Julian! GLORYFUL existiert seit 2010, anfangs war es eher ein reines Spaßprojekt, das Johnny und ich halt mal so spontan begonnen haben. Johnny wohnt hier ganz in der Nähe, und da seine Frau meine Freundin regelmäßig massierte, kamen wir in Kontakt.  Als ich Johnny dann das erste Mal auf so einer Karaokemaschine richtig singen hörte, war mir sofort klar, dass mir da ein klasse Heavy Metal Sänger über den Weg gelaufen war. Wir haben also schnell die drei ersten Kompositionen zu zweit eingespielt und als „Sedna´s Revenge“ EP veröffentlicht. Da es bei den Leuten ganz gut ankam, haben wir dann nach fähigen Mitstreitern gesucht, um die Sache richtig anzukurbeln und auf die Bühne zu bringen. Zum einen hätten wir da unseren zweiten Gitarristen Vito, ein noch sehr junges Talent und ein echter Flitzegeiger. Am brummenden Tieftöner steht Olli, ein Ass am Bass. Hinter der Schießbude hockt Hartmut (einigen besser bekannt als „Hartmosh“). Mit ihm hatte ich schon vor der GLORYFUL-Epoche des Öfteren die Ehre.
Die ersten Gigs liefen super und wir konnten uns recht schnell einen Namen in der Ruhrpott Szene machen. Als wir genügend Material zusammen hatten produzierten wir das Album auf eigene Rechnung und gingen dann damit auf Labelsuche. Massacre machten das beste Angebot. Nun ist das Debütalbum seit einer Woche im Handel und wir dementsprechend happy.

J.P: Bevor wir näher auf euer neues Album eingehen, müssen wir erstmal eine Sache klären, die mir aufgefallen ist.  Auf euren Promofotos seht ihr gar nicht wie die typische True Metalband aus. Eher wie eine Truppe die moderneren Metalklängen zugetan ist. Ihr steht also nicht auf den ganzen Kitsch der mit dem True Metal Genre in Verbindung gebracht wird?

J.B: Wir machen halt alle schon etwas länger Musik und haben so natürlich in diversen Bands gespielt. Wir machen heute klassischen Heavy Metal, weil es unserer Meinung nach die Königsdisziplin ist und wir erst jetzt dazu die richtige Konstellation gefunden haben. Es ist eben nichts, was Du mit 16 spielen willst und auch nicht kannst, weil Dir da noch die Gelassenheit und oft auch der richtige Sänger dazu fehlt. In jungen Jahren tobt man sich doch eher in den krasseren Gangarten wie Death, Thrash, Black oder Core aus. 
Es stand nie zur Debatte, ob wir uns dem Klischee entsprechend wie MANOWAR in den 80ern „kleiden“ sollten. Es wäre auch recht fatal für unsere Karriere gewesen, da wir dann wahrscheinlich nur wie ein billiger Klon ausgesehen hätten. Wir verstellen uns eben nicht für GLORYFUL. Wir sind wirklich die fünf Typen auf dem Bild. Man darf uns auch nach der Show und auch außerhalb des Backstageraumes fotografieren, weil wir auch dann noch die gleichen Klamotten anhaben. Es ist doch weitaus schlimmer und peinlicher, wenn Du den Bandmitgliedern auf der Bühne schon ansiehst, dass Sie eher froh sind, wenn Sie aus der Lederkluft gleich nach der Show wieder raus können. Es gibt natürlich auch Spezialisten, die durch unseren spontanen Nonkonformismus irritiert sind und sich provoziert fühlen. Und das ist doch wiederum super, wenn man Leute mit Heavy Metal noch ärgern kann, haha. Wir haben die Thematik natürlich kommen sehen und fassten das Ganze im Text zu „Heavy Metal – more than meets the eye“ bereits zusammen. Ich spreche jetzt nicht für uns, aber es gibt da draußen nun mal Millionen von Metalfans und Metalmusikern,  die keinen Bock mehr auf aufgeplatzte Sofakissen-Frisur, Patronengurt und Kutte haben. Die haben aber alle in ihrer Findungsphase mit IRON MAIDEN, JUDAS PRIES und MANOWAR angefangen und kriegen das nun nicht mehr raus. Auch wenn sich viele durch Job, Gesellschaft, Torschlusspanik oder Haarausfall gezwungen sehen, ihre Metalkluft abzulegen, so sind das doch alles noch immer Brüder des Stahls.         

J.P:  Euer Fronter Johnny hat auch nicht so das typische True Metal Organ, sondern kommt eher rau und ungestüm daher. Glaubst du, dass dies eine Art Markenzeichen für euch werden könnte? Ich persönlich finde ja den Gesang klasse, ist mal was anderes wie ich finde!

J.B: Der Gesang ist schon unser wesentliches Trademark, ganz klar. Mit einem 0815-Euro-Powermetal-Sänger hätte GLORYFUL auch niemals stattgefunden. Die Band ist im Prinzip nur deshalb entstanden, weil Johnny diese einmalige räudige Stimme hat. Ich kann es nicht ertragen, wenn ich ständig fragen muss: „Was läuft da gerade?“, weil sich die Produktion, die Riffs und der Sänger anhören wie auf 27 anderen Scheiben auch.

J.P: Von wann bis wann ist denn das Album genau entstanden? Gibt es ein gewisses Konzept oder eine Geschichte die hinter dem Album steht, oder von was handeln so eure Songs?

J.B: Das Album spielgelt unseren bisherigen Schaffenszeitraum wieder. Es sind alle Songs darauf enthalten, die wir bisher als GLORYFUL geschrieben haben. Nach den drei Songs von der „Sedna´s Revenge“ EP kamen „Fist Of Steel, Far Beyond Time“ und „The Warrior´s Code“, das war in 2011. Um die Jahreswende entstand dann der Rest, sprich „Chased In Fate“, „Heavy Metal – More Than Meets The Eye“ und Evil Oath“. Da wir die einzelnen Instrumente in verschiedenen Studios aufgenommen haben erstreckte sich der Produktionszeitraum auf mehrere Monate im Sommer 2012.
Ein Konzept im Sinne einer Geschichte gibt es da nicht. Aber wir haben schon so eine Art selbstverständlichen Rahmen, in dem sich die Themen abspielen. Darüber mussten wir nicht groß labern, das war irgendwie gleich allen klar. Drei der Songs sind von den Sagen der Inuit-Mythology inspiriert, im Wesentlichen also die Saga von Sedna. Der Rest sind recht spontan entstandene Lyrics, die Johnny passend auf die Songs geschrieben hat. Es gab hier niemals den Anspruch, das Rad neu zu erfinden. Wir hatten einfach Bock darauf und es passt nun mal sehr gut, wenn Du in einem Metalsong auch über Metal singst. Zudem müssen wir selbst Spaß an den Songs haben, und damit meine ich sowohl die Riffs und Spannungsbögen in der Musik, als auch die Lyrics. Nur was uns ein breites Grinsen aufs Gesicht zaubert, ist gut genug. Beim nächsten Album wird es allerdings schon eine Art Konzept/ Story geben, das kann ich schon mal verraten.

J.P: Apropos Johnny, mir kam sofort die Frage in den Sinn ob Johnny La Bomba sein wirklicher Name ist? Willst du uns das Geheimnis verraten?? : - )


J.B: Nun, es ist sein richtiger Künstlername und da er sich in Kürze den Namen auch in seinen Personalausweis eintragen lassen wird, will ich es hier mal dabei belassen, haha. So einfach werde ich es jetzt hier nicht machen, haha. Wie lange musste ich auf so eine geile Frage warten! Mit Hilfe eines Personalcomputers und einer Suchmaschine kann man das bestimmt auch heraus finden.

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs von „The Warrior’s Code“ ein. Für mich sind “Gloryful’s Tale”, “Heavy Metal – More Than Meets the Eye”, „The Warrior’s Code“ und “Sedna’s Revenge” die hervorstechenden Songs. Willst du uns über diese ein bisschen was erzählen? Hast du eigentlich auch irgendwelche Favoriten auf dem Album?

J.B: „Gloryful´s Tale“ und „Sedna´s Revenge“ sind mit „Death Of The First Earth“ die ältesten Songs und auch in anderen Versionen schon auf der „Sedna´s Revenge“ EP drauf gewesen. „Gloryful´s Tale“ hat so dermaßen Opener-Qualitäten und repräsentiert uns sehr gut, daher haben wir ihn auch wieder als ersten Track auf das Album gepackt. Der Track macht direkt gute Laune und den fand bisher auch wirklich jeder gut.
„Heavy Metal – More Than Meets The Eye“ ist ein sehr starker Song aus der Feder von Vito. Thematisch geht es hier darum, dass es egal ist, wie Du aussiehst oder Dich kleidest, solange Du den Metal im Herzen trägst, kann Dir keiner was!
Der Titelsong „The Warrior´s Code“ ist eine über 7 minütige Hymne für alle, die ihr Leben dem Metal widmen und für den Metal kämpfen. Er enthält einen richtig geilen IRON MAIDEN Gedächtnisteil inkl. Singalong-Bridge und megalangem Gitarrensolo. Geht live auch immer gut ab und ist super zum Mitsingen.
Mein derzeitiger Lieblingstrack ist „Evil Oath“, da er eine perfekte Mischung aus Gaspedal, Melodie und True-Metal Bridge ist und auch live immer sehr viel Spaß macht. Der Track ist im Vergleich etwas „böser“ und ganz einfach pure Energie.

J.P: In der heutigen Zeit sind ja Musikvideos doch wieder recht wichtig geworden. Wird es von euch zu dem einem oder anderen Song auch ein Video geben?

J.B: Wir haben unser erstes offizielles Video zum Titeltrack „The Warrior´s Code“ mit Mirko Witzki (miwigraphics) abgedreht. Bei Erscheinen des Interviews könnte das Teil bereits online stehen, schaut mal nach! Geplant sind noch 1 bis 2 weitere Clips zum Debütalbum, mal sehen ob das alles klar geht.

J.P: Eine besondere Visitenkarte in der heutigen Zeit ist ja die Bandhomepage. Eure ist aktuell ein wenig minimal geraten. Warum? Wollt ihr dies im Zuge des Release des neuen Albums ändern?

J.B: Ich finde facebook aktuell praktischer als ein starres Homepage-Konstrukt, das man mit hohem Aufwand verwalten muss und das zu dem viel Geld in der Entwicklung frisst. Aber es ist tatsächlich neben 1000 anderen wichtigeren Dingen gerade etwas auf der Strecke geblieben. Ich habe nun einen coolen und fähigen Programmierer an der Hand, der uns das in Kürze wohl etwas aufmöbeln hilft.
 
J.P: Mit Massacre Records habt ihr, wie ich finde, genau das richtige Label am Start! Wie kam denn der Kontakt zustanden und wie zufrieden seid ihr bisher mit der Zusammenarbeit?

J.B: Wir haben mit dem Album natürlich einen Großangriff gestartet und es kamen auch von einigen Labels Angebote. Letzten Endes hatten Massacre Records die besten Konditionen und wir wussten, dass Sie in wesentlichen Bereichen wie Promotion und Handel einen guten Job machen. Zudem sind Massacre natürlich im Bereich Heavy Metal / Powermetal sehr erfahren, was uns zugute kommt. Die Zusammenarbeit klappt reibungslos, die Anzeigen waren in allen wichtigen Print- und online-Magazinen zu finden und es gibt derzeit einen regen Absatz zu beobachten, besonders was den Download-Sektor angeht. Somit ist alles bestens gelaufen!

J.P: Jens wie geht es denn jetzt genau bei GLORYFUL weiter? Ist eine Tour in Planung? Kann man schon absehen wann es von euch neues Material zu hören gibt?

J.B: Wir kriegen ab und an schon Tour-Angebote. Aber das richtige war noch nicht dabei oder der Buy-On war uns dann doch auch etwas zu happig. Wir kriegen aber sehr viele Showangebote, so dass wir permanent live unterwegs sind und so gute Promo für „The Warrior´s Code“ machen können. Das nächste Album ist schon fast fertig geschrieben. Wir treffen uns bald ein paar Mal, um die letzten Details in einigen halbfertigen Songs zu biegen und die Lyrics in einer Vorproduktion anzulegen. Dann geht’s im August/September an die Album Aufnahmesessions, die wir wieder mit dem gleichen Produktionsteam in verschiedenen Studios durchführen werden. Dan Swanö wird auch das nächste Album mischen und mastern. Wir hoffen, dass das Album dann schon Anfang 2014 veröffentlicht werden wird und wir damit eine Tour sowie einige größere Festivals klar machen können.

J.P: Vielen Dank Jens für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.


J.B: Danke Dir Julian für dieses Interview und Deine Unterstützung! Ich werde Dir Johnnys richtigen Namen dann gleich per Mail verraten. Wer uns buchen will oder an Gloryful-Merchandise interessiert ist soll sich einfach via facebook oder an contact@gloryful.net wenden. Stay Metal.

Julian

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