WE ARE LEGEND


Mit ihrer selbstbetitelten EP haben die deutschen Prog/Power Metaller von WE ARE LEGEND schon mächtig Staub aufgewirbelt. Auch bei uns kam die EP hervorragend an. Nun war es Zeit für das erste komplette Album und dieses Debütalbum liegt uns nun ebenfalls vor. Natürlich war es für mich selbstverständlich dem Gitarristen Dirk Baur ein paar Fragen zu stellen.

J.P: Hallo Dirk. Vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu eurem neuen Album und zu euch selbst als Band beantwortest. Da euch viele Leute bestimmt noch nicht so kennen, stell dich und die Band doch einfach mal kurz vor und gib uns einen kurzen Überblick über eure Bandgeschichte?

D.B: Hallo Julian, erst mal vielen Dank für das Interview! Die Geschichte von WE ARE LEGEND ist eigentlich schnell erzählt. Siggi und Heiko hatten schon mehrere Jahre lang miteinander Cover gespielt und suchten einen Sänger. Sie tagten mich an und da ich ewige Zeiten nichts mehr gemacht hatte, stieg ich mit ein. Wir spielten einige Zeit Metalsongs unserer Götter nach und kamen dann auf die Idee, dass uns das zu blöd wird. Ich hatte bereits sehr viel mit der Gitarre rumgespielt und so kamen wir auf Idee, uns einen Sänger zu suchen. Selin hatte auf einer Internet Plattform inseriert, er kam und blieb. Domi kam dann erst später dazu und WE ARE LEGEND war komplett. Der allererste eigene Song war übrigens „Enemy within“. Aber die erste Fassung willst Du gar nicht hören... räusper... 

J.P: Eure selbstbetitelte EP ist ja eingeschlagen wie eine Bombe, war das für euch überraschend  oder wusste ihr aufgrund des starken Songmaterials kann das nur gut werden?

D.B: Um ehrlich zu sein, ja und nein. Wir wussten schon, dass wir keine Anfängersongs haben, aber wir wussten ganz und gar nicht, ob unser Stil überhaupt ankommen wird. Und ja, die überaus positiven Kritiken von allen Seiten haben uns definitiv überrascht und gepusht, in dieser Richtung weiter zu machen. Ich glaube, wenn wir schlechte Kritiken geerntet hätten, gäbe es uns heute nicht mehr.

J.P: Ihr habt dann, absolut passend wie ich finde, ich denke ihr habt absolut die richtige Entscheidung getroffen denn die Jungs machen das dort alles mit absoluten Herzblut, einen Plattendeal mit Pure Steel Records unterschrieben. Warum ausgerechnet dieses Label und ihr hattet doch bestimmt massig anderer Angebote, oder?

D.B: Ja, wir hatten mehrere Angebote für einen Deal. Gute und weniger Gute. Manche waren so unterirdisch, da konnten wir nur noch drüber lachen. Schlussendlich wurde Pure Steel uns von allen Seiten empfohlen, so dass wir nach doch einigen Monaten Bedenkzeit bei den PS unterschrieben haben.

J.P: Kommen wir mal zu eurem ersten Album „Rise of the Legend“. Wann habt ihr angefangen Songs dafür zu schreiben? Wie lief denn der Aufnahmeprozess so ab?

D.B: „Rise of the Legend“ in Albumform hat sehr lange gedauert, weil wir uns wirklich viel Zeit genommen haben, die Arrangements, die Chöre und die Gitarren zu entwickeln. Da wir ja, trotz unserer Einzelerfahrungen, eine neue Band sind, musste sich unser Stil erst mal entwickeln. Wir wollten nicht was halblebiges abliefern und uns dann selbst auf die Schulter klopfen und sagen, „na wir sind halt eine neue Band, das wird schon noch“. Und so haben wir sogar während des Mixes noch eingespielt und nachgeschoben. Selin hat sehr detaillierte Chorarrangements geschrieben, die wir im Studio in viel Kleinarbeit umgesetzt haben. Auf die Details in den Gitarren hab ich viel Wert gelegt, diese sollten nicht typisch und nicht allzu vorhersehbar sein. Wenn du das Album mehrmals anhörst, dann wirst du immer wieder neue Details raushören!

Aufgenommen haben wir in verschiedenen Studios, weil jedes Studio seine eigene Charakteristik und Spirit hat. Gesang und Gitarre haben wir beim Sven in Reutlingen aufgenommen, weil der Sven ein schnell denkender Mensch ist und somit einen sehr schnellen Workflow hat. Da muss man nicht lange sagen, spul mal zurück, oder mach das nochmal, der merkt das von selbst und bevor du was sagen kannst, hat er bereits die Aufnahmetaste wieder gedrückt. Für den Gesang hat er einen schönen gedämmten Raum, da haben wir auch die Chöre mit den Mädels aufgenommen. Den kann man zumachen und rumsauen, wie man will ;-) Ha ha.

Gemixt haben wir dann beim Markus Teske, der auch VANDEN PLAS mischt oder die neue U.D.O. gemastert hat. Die Arbeit mit dem Markus war sehr überraschend, denn er hat zwar seinen eigenen Stil, lässt aber auch viele Einflüsse von außen zu, was mir sehr wichtig war. Ich wollte unbedingt weg von dem typisch deutschen Sound, was uns auch offensichtlich gelungen ist.

J.P: Ihr habt fast alle Songs von eurer EP auch für das Album genommen, war das eine logische Konsequenz aufgrund der Stärke der Songs oder verfolgt ihr damit ein anderes Ziel? Gab es keine besseren Songs in der Hinterhand?

D.B: Das war eine Überlegung, die wir sehr früh angestellt haben. Wir haben uns dazu entschlossen, weil wir die Songs stark finden und weil die EP nicht wirklich verbreitet ist, vor allem nicht im Ausland. Zudem war die EP ein Demo, um auf uns aufmerksam zu machen, und keine Veröffentlichung. Da unser Deal nun weltweit ist, war es eigentlich naheliegend, die durchaus starken Songs nochmal neu aufzunehmen und sie in den Gesamtlauf zu integrieren. Aus insgesamt 14 Titeln haben wir dann diese 9 auf das Album genommen. Selbst ein Song wie „Pale Moonlight“ hat es da nicht geschafft, das sagt schon einiges!.

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs ein, obwohl das echt schwierig ist, das Album ist ingesamt richtig stark. Für mich sind der Opener „Hungry Mirros“, „This holy Dark“, „Enemy within“ und der Titeltrack „Rise of the Legend“ die etwas hervorstechenden Songs. Willst du uns über diese ein bisschen was erzählen? Hast du eigentlich irgendwelche Favoriten auf dem Album?

D.B: Interessant, dass Du diese Songs am besten findest! Echte Favoriten habe ich keine. Für mich als Gitarristen ist „Rise“ eine Herausforderung, weil da sehr viele Details drin sind. Zudem mag ich die einzigartige Atmosphäre bei „Hungry mirrors“. Zu „This holy dark“ haben wir ein Video gedreht, das monatelang auf iM1 zu sehen war und auch bei Youtube schon mehr als 60.000 Views hat.

J.P: Gibt es eine Art roter Faden, oder eine Hintergrundgeschichte die sich durch eure Songs spint? Über welche Themen schreibt ihr meistens eure Texte und Songs?

D.B: Unsere Songs handeln durchgehend von der eigentlichen Legende, der Menschheit, und den Mächten, die die Welt regieren, in allen Facetten - Gut und Böse, durchtrieben und großzügig, rechnet aber auch mit den einen oder anderen selbsternannten Weltrettern ab. Schau Dir mal  „Out“ oder „March of the Living“ genauer an, dann weißt Du, was ich meine. Auf Spiegel hab ich eine ganz besondere Obsession, vor allem wenn ich alte Spiegel aus der Renaissance sehe und darüber nachdenke, was die schon alles gesehen haben müssen. Ein Spiegel ist eines der intimsten Schaustücke die es gibt, er sieht dich pudelnackt, sowohl physisch als auch psychisch. Was wäre, wenn ein Spiegel eine Seele hätte oder Seelen frisst? „Hungry Mirrors“ versucht, diese Obsession zu verarbeiten. Du wirst bei uns keine Texte finden, die vom Saufen oder Ficken erzählen. Das überlassen wir anderen.

J.P: Was mir aufgefallen ist, ihr bindet auch immer wieder Klavierparts in eure Stücke mit ein. Das unterscheidet euch natürlich absolut vom Rest der üblichen Verdächtigen. Ist das eine besondere Stärke oder ein Markenzeichen von euch? Wer kam eigentlich auf diese Idee?

D.B: Das war naheliegend. Als wir Selin kennen gelernt haben, hat er uns dauernd kleine Pianostücke vorgespielt, da war mir klar, der kann das so gut, das müssen wir unbedingt haben! Für mich ist das Klavier das schönste Instrument der Welt und wenn ich nochmal klein wäre, würde ich Klavier lernen. :-) Die Verbindung Gitarre-Piano schafft eine einzigartige Atmosphäre und erzeugt eine sehr intensive Songdynamik, weil auch ein lautes Piano immer noch atmosphärisch sein kann. Da kommt eine gezupfte Gitarre nicht mit. Mit großer Sicherheit werden wir auch in Zukunft starken Wert auf das Piano legen und die Parts noch ausbauen.

J.P: Wer kam denn auf den Bandnamen bzw. welche Geschichte steckt denn dahinter? Manch einer dürfte euch ja damit gleich als Größenwahnsinnig einstufen : - )

D.B: Das war meine Idee (schluchz) und dafür werden wir auch überall gescholten. Dabei versteht kaum einer, was WE ARE LEGEND wirklich bedeutet. Legend steht da in der Einzahl, somit heißt das Wir sind Legende, nicht Wir sind legendär oder Wir sind Legenden, denn das sind wir beileibe nicht. Als es bereits in 2011 überall hieß, dass nach dem Maya Kalender 2012 die Welt untergehend wird, dachte ich mir, nach 2012 wird die Menschheit nur noch eine Legende sein, und der Name war geboren!

J.P: Dirk wie geht es denn jetzt genau bei WE ARE LEGEND weiter? Was steht bei dir selbst als nächstes an? Hoffentlich kommt ihr bald auf Tour, ich wäre auf jeden Fall dabei : - )!

D.B: Natürlich sind Gigs geplant, die überwiegend auf Festivals stattfinden werden. Eine Tour im eigentlichen Sinne ist vorläufig nicht geplant, weil das zeitlich und finanziell für uns kaum zu stemmen sein wird. Trotzdem werdet ihr mit Sicherheit uns irgendwo zu sehen bekommen!

Parallel dazu stehen schon neue Songs für das Folgealbum an. Ich glaub, momentan sind etwa 30 angefangene Stücke in der Pipeline. Davon werden wir wohl etwa 15 umsetzen, wie viele es dann auf das Album schaffen, werden wir sehen. Jedenfalls werdet ihr noch einiges von uns zu hören bekommen!

J.P: Vielen Dank Dirk für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interviews! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

D.B: Julian, ich danke Dir für das Interview und die Rezension. Im Namen von uns allen, Selin, Siggi, Heiko, Domi und mir, schicke ich metallische Grüße an alle Leser und Fans, schaut rein bei uns im Web, liked uns auf Facebook und kauft unsere CD, wenn euch die Musik gefällt. Nur mit gekauften CDs sind wir in der Lage, was Neues zu machen und einen Nachfolger zu bringen! Wir sehen uns!

Julian



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